Therapieansätze & Methoden
Erfahren Sie mehr über die klärungsorientierte Verhaltenstherapie und wie sie Ihnen helfen kann, nachhaltige Veränderungen zu erzielen.
Meine Arbeitsweise: Verhaltenstherapie verstehen
Als approbierte Psychologische Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie arbeite ich mit einem klärungsorientierten Ansatz. Meine therapeutische Arbeit verbindet damit bewährte verhaltenstherapeutische Methoden mit einem besonderen Blick auf Ihre individuellen Erfahrungen, Bedürfnisse und inneren Muster. Mir ist wichtig, nicht nur die aktuellen Beschwerden zu betrachten, sondern gemeinsam zu verstehen, warum bestimmte Probleme entstanden sind, wodurch sie aufrechterhalten werden und was es braucht, damit nachhaltige Veränderung möglich wird. Dabei geht es nicht darum, Ihre Schwierigkeiten auf eine Diagnose zu reduzieren. Sie bringen Ihre eigene Lebensgeschichte, Ihre Erfahrungen, Beziehungen und persönlichen Bewältigungsstrategien mit. Diese individuellen Zusammenhänge sind für die Therapie von großer Bedeutung.
Klärungsorientierte Verhaltenstherapie
Verstehen, was hinter dem eigenen Erleben steckt
Die Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist eine psychotherapeutische Konzeption, die von dem Psychotherapeuten und Psychologieprofessor Rainer Sachse entwickelt wurde. Sie verbindet Elemente der Gesprächspsychotherapie, der kognitiven Therapie und der Verhaltenstherapie und legt einen besonderen Schwerpunkt darauf, die persönlichen inneren Zusammenhänge hinter psychischen Beschwerden und wiederkehrenden Verhaltensmustern zu verstehen.
In meiner psychotherapeutischen Arbeit verbinde ich diesen klärungsorientierten Ansatz mit meiner verhaltenstherapeutischen Ausbildung.
Dabei interessiert mich nicht nur die Frage:
„Was ist das Problem und wie können wir es verändern?“
sondern ebenso:
„Warum ist dieses Problem entstanden? Was steckt dahinter? Welche Bedürfnisse, Motive und Erfahrungen spielen eine Rolle? Und warum reagiert dieser Mensch gerade in dieser Situation auf diese Weise?“
Dieses gemeinsame Verstehen kann eine wichtige Grundlage für Veränderung sein.
Warum reagieren wir manchmal so, wie wir reagieren?
Viele unserer Reaktionen laufen sehr schnell und automatisch ab. Eine bestimmte Situation kann beispielsweise Gefühle wie Angst, Scham, Ärger oder Traurigkeit auslösen, ohne dass uns unmittelbar bewusst ist, warum wir so stark reagieren.
Vielleicht erleben Sie beispielsweise, dass Sie sich in bestimmten Situationen schnell zurückgewiesen fühlen. Oder dass Sie Schwierigkeiten haben, eigene Bedürfnisse zu äußern. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, Grenzen zu setzen, Sie übernehmen sehr viel Verantwortung für andere oder Sie versuchen, Konflikte möglichst zu vermeiden.
Manchmal wissen wir sogar, dass unser Verhalten langfristig nicht hilfreich ist – und reagieren trotzdem immer wieder auf eine ähnliche Weise.
Die klärungsorientierte Psychotherapie versucht, solche wiederkehrenden Muster verständlich zu machen.
Dabei kann sich beispielsweise zeigen, dass bestimmte Erfahrungen im Laufe des Lebens zu grundlegenden Vorstellungen über sich selbst, andere Menschen oder Beziehungen geführt haben. Solche inneren Muster werden in der klärungsorientierten Psychotherapie unter anderem als Schemata beschrieben.
Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und Ressourcenarbeit
Achtsamkeit
Achtsamkeit beschreibt die Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment zu richten und dabei Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und äußere Reize möglichst offen und wertfrei wahrzunehmen.
Im therapeutischen Kontext kann Achtsamkeit dabei unterstützen, automatische Reaktionsmuster bewusster wahrzunehmen. Statt unmittelbar auf einen Gedanken oder ein Gefühl zu reagieren, kann ein kleiner innerer Abstand entstehen. Dadurch können neue Möglichkeiten im Umgang mit belastenden Situationen entstehen.
Achtsamkeitsübungen können beispielsweise die bewusste Wahrnehmung des Atems, des Körpers, von Gedanken und Gefühlen oder der Umgebung beinhalten. Welche Übungen sinnvoll sind, richtet sich nach der jeweiligen Person und dem therapeutischen Anliegen.
In meine Arbeit integriere ich Achtsamkeit dort, wo sie den therapeutischen Prozess sinnvoll ergänzen kann. Dabei orientiere ich mich an den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur achtsamkeitsbasierten Arbeit und vermittle Übungen so, dass sie auch im Alltag selbstständig angewendet werden können.
Selbstmitgefühl
Selbstmitgefühl bedeutet, sich selbst in schwierigen Situationen mit einer verständnisvollen, unterstützenden und weniger wertenden Haltung zu begegnen.
Viele Menschen kennen einen sehr kritischen inneren Umgang mit sich selbst. Fehler oder vermeintliche Schwächen werden streng bewertet, während die eigenen Anstrengungen und Bedürfnisse wenig Beachtung finden. Selbstmitgefühl setzt hier an: Es geht darum, die eigene Belastung wahrzunehmen, ohne sich dafür zusätzlich abzuwerten.
Selbstmitgefühl bedeutet dabei nicht, Schwierigkeiten zu verharmlosen oder sich alles „schönzureden“. Vielmehr geht es darum, sich selbst mit einer Haltung zu begegnen, wie man es auch einem Menschen tun würde, der einem wichtig ist.
In der therapeutischen Arbeit kann die Auseinandersetzung mit Selbstmitgefühl helfen, einen weniger selbstkritischen Umgang mit sich selbst zu entwickeln, eigene Bedürfnisse besser wahrzunehmen und einen unterstützenderen inneren Dialog aufzubauen.
Ressourcenarbeit
Ressourcen sind persönliche Fähigkeiten, Erfahrungen, Beziehungen und äußere Bedingungen, die einem Menschen Kraft geben oder bei der Bewältigung schwieriger Situationen unterstützen können.
Dazu können beispielsweise persönliche Stärken, hilfreiche Erfahrungen, soziale Beziehungen, Interessen, Fähigkeiten, Werte, Naturerfahrungen oder Momente gehören, in denen man sich sicher, verbunden oder selbstwirksam erlebt hat.
In der Ressourcenarbeit geht es darum, diese vorhandenen Ressourcen bewusst wahrzunehmen, zugänglich zu machen und gezielt für die Bewältigung aktueller Herausforderungen zu nutzen.
Dabei geht es nicht darum, belastende Gefühle oder Probleme zu übergehen. Ressourcenarbeit kann vielmehr eine Ergänzung sein: Neben dem Blick auf das, was schwierig ist, entsteht auch Raum für die Frage:
Was hilft mir? Was gibt mir Kraft? Was habe ich bereits bewältigt? Worauf kann ich zurückgreifen?
Gemeinsam können wir herausarbeiten, welche persönlichen Ressourcen für Sie bedeutsam sind und wie Sie diese im Alltag stärker nutzen können.
Nachhaltige Veränderung
Wie die verschiedenen Ansätze miteinander verbunden werden können
Die verschiedenen Methoden und Perspektiven verstehe ich als einen individuellen Werkzeugkoffer, aus dem je nach Anliegen, Situation und Therapieziel unterschiedliche Elemente zum Einsatz kommen können.
Die klärungsorientierte Psychotherapie bildet dabei eine wichtige Grundlage meiner therapeutischen Arbeit. Sie richtet den Blick nicht nur auf die aktuellen Beschwerden, sondern darauf, die persönlichen Muster, Bedürfnisse, Motive und inneren Zusammenhänge hinter dem eigenen Erleben und Verhalten besser zu verstehen. Dieses Verständnis kann die Grundlage dafür schaffen, Veränderungen gezielt und nachhaltig zu gestalten.
Die Achtsamkeit kann dabei helfen, zunächst bewusst wahrzunehmen, was im gegenwärtigen Moment geschieht. Selbstmitgefühl kann unterstützen, dem eigenen Erleben mit mehr Verständnis und weniger Selbstkritik zu begegnen. Die Ressourcenarbeit richtet den Blick auf vorhandene Fähigkeiten, Erfahrungen und Kraftquellen, die für den Veränderungsprozess genutzt werden können.
Auch Entspannungsverfahren können diesen Prozess ergänzen, indem sie Möglichkeiten vermitteln, körperliche und psychische Anspannung bewusst wahrzunehmen und zu regulieren.
Darüber hinaus befinde ich mich derzeit in einer Ausbildung im Bereich der klinischen Hypnose. Hypnose arbeitet unter anderem mit fokussierter Aufmerksamkeit, inneren Vorstellungen und der Aktivierung persönlicher Erfahrungen und Ressourcen. Im Rahmen meiner fachlichen Weiterentwicklung beschäftige ich mich damit, wie hypnotherapeutische Elemente perspektivisch sinnvoll und verantwortungsvoll in meine Arbeit integriert werden können.
So können sich die verschiedenen Ansätze ergänzen: Klärung schafft Verständnis, Achtsamkeit schafft bewusste Wahrnehmung, Selbstmitgefühl fördert einen unterstützenden Umgang mit sich selbst, Ressourcenarbeit macht vorhandene Stärken zugänglich und hypnotherapeutische Elemente können den Zugang zu inneren Vorstellungen und Ressourcen erweitern.
Welche Methoden und Elemente zum Einsatz kommen, hängt immer von Ihrer individuellen Situation, Ihren Bedürfnissen und den gemeinsam vereinbarten Therapiezielen ab. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Methode, sondern Sie als Mensch und der für Sie passende Weg.
Wer profitiert von der Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie kann bei einer Vielzahl psychischer Erkrankungen eingesetzt werden. Welche Behandlung sinnvoll ist, wird immer individuell im Rahmen der diagnostischen Abklärung und der psychotherapeutischen Sprechstunde geprüft.
Für wen ist die Therapie geeignet?
Zu den Erkrankungen und Problembereichen, bei denen ambulante Psychotherapie grundsätzlich eingesetzt werden kann, gehören unter anderem:
- Depressive Erkrankungen (depressive Episoden, wiederkehrende Depressionen)
- Angststörungen (Panikstörung, soziale Angst, spezifische Phobien)
- Zwangsstörungen
- Traumafolgestörungen und Reaktionen auf schwere Belastungen
- Anpassungsstörungen
- Somatoforme bzw. körperbezogene psychische Beschwerden
- Essstörungen
- Nichtorganische Schlafstörungen
- Persönlichkeitsstörungen und damit verbundene wiederkehrende Schwierigkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen
- Verhaltensstörungen
- Sexuelle Funktionsstörungen, sofern psychische Faktoren hierfür maßgeblich sind
Mein Verständnis von Therapie
Eine gute therapeutische Beziehung ist für mich die Grundlage jeder Behandlung. Ich möchte Ihnen einen geschützten Rahmen bieten, in dem Sie offen über Ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen sprechen können – auch über Dinge, die Ihnen vielleicht unangenehm sind oder die Sie selbst bisher nur schwer verstehen konnten. In der psychotherapeutischen Sprechstunde können wir gemeinsam klären, ob eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt und ob eine Verhaltenstherapie für Sie das passende Behandlungsangebot ist.
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